| Thema: "Freizeit" | Eingereichte Arbeiten | |
| Preisträger/ -innen | Fotos der Preisverleihung |
Luzern, 21. April 2007
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des HISTORIA-Wettbewerbes haben sich auf Neuland gewagt. 51 Jugendliche aus dem Tessin, der Romandie und der Deutschschweiz haben sich selbständig und kritisch mit dem Thema Freizeit in ihrer Region auseinandergesetzt, lokale Archive durchkämmt und Zeitzeugen befragt und in ihren Arbeiten viel Neues zutage gefördert.
Forschendes Lernen zum Thema „Freizeit“
Die grosse Chance des Themas „Freizeit“ bestand darin, dass es die Kreativität und das forschende Lernen anregte. Gleichzeitig war das Thema auf Quellenseite nicht immer einfach zu bewältigen. Am schwierigsten war es, die methodischen Werkzeuge des Historikers richtig anzuwenden: eine Fragestellung zu formulieren, auf lokaler oder regionaler Ebene ergiebige schriftliche Quellen zum gewählten Thema zu finden, eventuell Zeitzeugen zu befragen, die gefundenen Ergebnisse zu interpretieren und sinnvoll in den allgemeinen geschichtlichen Rahmen einzuordnen. Die Preisträgerinnen und Preisträger des HISTORIA-Wettbewerbs 2005-2007 haben diese Hürden dank vielen originellen Ansätzen mit Bravour genommen.
Festliches Rahmenprogramm
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Als erster Gastredner führte Dr. Heinz Horat, Direktor des Historischen Museums Luzern, das Publikum mit viel Humor durch die Geschichte des Badens im Vierwaldstättersee und illustrierte mit amüsanten Szenen und historischen Badeanzügen der Jahrhundertwende das Seilziehen ums Baden zwischen sittlicher Strenge und dem Recht, sich frei im Wasser zu vergnügen. Als Illustration dienten zum Abschluss seiner Ausführungen zwei Schaustücke der Bademode aus der Zeit gleich nach dem Ersten Weltkrieg.
In einem engagierten Exposé zeigte der Neuenburger Geschichtsprofessor Laurent Tissot dem interessierten Publikum die grosse geschichtliche Bedeutung der Freizeit-Studien auf und wie die Wettbewerbsteilnehmer mit ihren Arbeiten einen blinden Fleck in der historischen Analyse abgebaut und die Türen zu einem reichen Forschungsfeld weit aufgestossen haben.
Dr. Armin Imstepf als Vertreter der Schweizerischen UNESCO-Kommission wies in seinen Grussworten auf die Bedeutung eines an der internationalen und interkulturellen Verständigung orientierten Lernens hin.
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| Dr. Heinz Horat | Prof. Dr. Laurent Tissot | Dr. Armin Imstepf |
Das zahlreich angereiste Publikum und das Leitungsteam folgen interessiert und amüsiert den mehrsprachigen Ausführungen der Referenten.
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In verschiedenen Arbeitsgruppen stellen sich die Wettbewerbsteilnehmer gegenseitig ihre Arbeiten vor.
Das Publikum und die Teilnehmer blättern im Ausstellungsraum die prämierten Arbeiten durch und besuchen die Eustory-Ausstellung.
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Der Schweizer Geschichtswettbewerb HISTORIA ist Mitglied des Netzwerks EUSTORY. Meike Köhler, die anwesende EUSTORY-Vertreterin, informierte das Publikum über die spannenden Möglichkeiten, welche sich den Preisträgern eröffnen. Sie rief die anwesenden Jugendlichen dazu auf, die Chance zu nutzen und bei den EUSTORY-Akademien teilzunehmen. Ein grosser Teil der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger werden in diesem Sommer / Herbst in Münster, Berlin, Tromsö und St. Petersburg Gelegenheit erhalten, sich mit PreisträgerInnen aus Deutschland, Polen, Norwegen, Italien oder Russland über vergangene und aktuelle gesellschaftliche und politische Brennpunkte austauschen zu können. Andrea Buchschacher, Gewinnerin des Wettbewerbs zum Thema „Migration“, erzählte begeistert von ihrer Teilnahme an verschiedenen EUSTORY-Aktivitäten.
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| Meike Köhler | Andrea Buchschacher |
Die Preisverleihung
Prämiert wurden Einzel- oder Gruppenarbeiten Jugendlicher zwischen 14 und 17 Jahren (Kategorie I) beispielsweise zu Freizeitaktivitäten in und um die Reuss im aargauischen Bremgarten von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute oder über die Förderung verschiedenster Freizeitaktivitäten eines grossen Industriebetriebs im Raum Baden.
Die Mehrsprachigkeit des HISTORIA-Geschichtswettbewerbs mit TeilnehmerInnen aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin kam in der Kategorie II (18-21-Jährige) voll zum Tragen.
Hier ragte die Studie von Janine Sivec zur St. Galler Jugendprotestbewegung anfangs der 1980er Jahre heraus. Die Autorin von "St. Güllä brännt!" wurde mit dem 1. Preis und einer Einladung für ein einwöchiges internationales Eustory-Geschichtsseminar in St. Petersburg ausgezeichnet.
Die Tessiner Preisträgerinnen und Preisträger, von denen einige ihrer Arbeiten im Rahmen von Immersionsunterricht in französischer Sprache schrieben, erforschten beispielsweise Sportclubs von geistig oder körperlich Behinderten oder zogen einen Vergleich zwischen dem Freizeitverhalten von Kindern und Senioren über einen gewissen Zeitraum hinweg. Freizeit in der Natur oder die Geschichte einer Musikgesellschaft waren weitere interessante Themen.
Sehr kontrastreich gestalteten sich die Beiträge aus der Romandie: die Spannweite reichte von Untersuchungen zum Dasein als Bergführer bis zu einer vom Thema stark Richtung spielerischer Kreativität stimulierten Arbeit über die Geschichte der Fernsehwerbung und die inzwischen entstandenen Werbefilm-Festivals, die auch in der arabischen und asiatischen Welt grosse Publikumserfolge feiern.
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1. Preis Kat I Severin Etzensperger, Sandro Klee, Gabriel Müller |
1. Preis Kat II Janine Sivec
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Alle Preisträger
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